Upcoming events

18. Jun, 2020

LINZ. Eine Pestsaga beendete im Schlossmuseum Linz gekonnt die Corona-Pause.
Huber las aus Adalbert Stifters "Die Pechbrenner" – eine raue Erzählung über die Zeit der Pest in der Gegend des Böhmerwalds. Die exakt 100 Besucher trennte der penibel eingehaltene Meter Sicherheitsabstand, aber einte die Erfahrung der Corona-Pandemie, was die 1847 geschriebene Geschichte nur noch brisanter und intensiver machte. Sie handelt von einer Pechbrenner-Kolonie, die sich in den Bergen abschotten wollte, aber durch die herzensgute, doch gefährlich naive Tat eins Buben dem Schwarzen Tod geweiht war.

Ein schwerer Stoff, den die klar gezeichneten Sprachbilder Stifters, die Huber mit viel Sinn für Atmosphäre vermittelte, zum bittersüßen Erlebnis machten. Scharf ergänzte den idealen, zart zwitschernden, dann wieder strengen Soundtrack zum Kopfkino. Am Ende war zweierlei gewiss: Sogar die Pest ging vorüber, und die Kultur im Corona-Jahr ist von besonderer Lebendigkeit.